Wurstebrei

Wenn ich immer mal wieder in der Heimat zu Besuch bin und mich meine Mutter fragt, was sie denn kochen soll, sage ich meistens, sie möge doch bitte Wurstebrei machen. Das ist relativ schnell zubereitet und sehr herzhaft. In Ostwestfalen war Samstag der Tag, an dem Reste verzehrt wurden, oder eben auch Wurstebrei.
Ich komme zwar aus Ostwestfalen, wo man zwar Stippgrütze sagt, ich selbst kenne aber nur den Ausdruck “Wurstebrei”.

Bedeutung

Der Name Wurstebrei beschreibt im Prinzip die Konsistenz, wenn der Wurstebrei gekocht wird. Eine breiige Wurst-Masse.
der Ostwestfälische Begeriff Stippgrütze, dazu habe ich nichts gefunden. Grütze kommt bestimmt daher, da Wurstebrei in die Kategorie “Grützwurst” fällt. Woher der Namensbestandteil “Stipp” kommt, dazu habe ich nichts finden können.

Regionale Verbreitung

Wurstebrei ist ein traditionelles westfälisches Produkt. In Ostwestfalen/Lippe nennt man es Stippgrütze.

Tradition/Geschichte

Diesen Satz habe ich jetzt schon öfter geschrieben, aber er trifft auch auf Wurstebrei zu: Stippgrütze entstand, wie fast alle anderen Würste aus dem Wunsch, beim Schlachten schnell verderbliche Teile zu konservieren und für längere Zeit genießbar zu machen.

So wurde auch der Wurstebrei/Stippgrütze lediglich an Schlachttagen hergestellt. Da die Stippgrütze einen hohen Fettanteil hat, ist sie sehr lange haltbar.

Meistens, und so ist es Tradition in OWL, wird die Stippgrütze in den Monaten der kalten Jahreszeit gegessen. Im Sommer gab es bei uns eigentlich keine Stippgrütze.

Stippgrütze/Wurstebrei ist heute fast schon eine Delikatesse, doch früher galten Wurstwaren, bei denen Innereien verarbeitet wurden, als Arme-Leute-Essen

Herstellung

Wie schon kurz angedeutet, werden bei der Stippgrütze Innereien verarbeitet. Herz, Nieren, Lunge werden zusammen mit fettem Schweinebauch, in München würde man Wammerl sagen, und diversen Fleischresten gekocht. Danach wird das Ganze durch den Fleischwolf gedreht.
Wurstbrühe wird in Gerstengrütze gekocht und mit der Masse aus dem Fleischwolf vermengt. Dazu gibt man noch Fett oder Schmalzgrieben.
Je nach Hersteller kommen noch gehackte Zwiebeln hinzu und dann würzt man das ganze mit Salz, Pfeffer, Thymian und Piment. Je nach Hersteller wird der Wurstebrei dann in Dosen, Gläser oder Naturdeärme abgefüllt. Wenn man Wurstebrei online bestellt, oder im Supermarkt kauft, wird dieser in Kunstdärmen angeboten.

Beim Fleischer wird dann je nach Order eine dicke Scheibe abgeschnitten, da Wurstebrei beim Fleischer im Urzustand weich aber schnittfest ist.

Zubereitung

Da die Bräuche in den Landesteilen Westfalens sehr unterschiedlich sind, googel ich immer erst einmal um zu schauen, ob es noch einen anderen Brauch gibt, als den, den ich kenne.

Bei uns wird der Wustebrei in einen Kochtopf gegeben und gekocht. Der zuvor schnittfeste Wurstebrei wird dann breiig. Dazu ißt man Pellkartoffeln und Gewürzgurken.

Beim googeln mußt ich aber feststellen, daß es auch Regionen gibt, wo der Wurstebrei in der Pfanne angebraten wird, wodurch er dann breiig wird.

Aussehen und Geschmack

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Bezugsquellen

Stippgrütze gibt es heute noch bei vielen westfälischen Fleischereien zu kaufen. Recht gut bewertet ist z.B. die Stippgrütze von der Fleischerei Spengemann, die hier online bezogen werden kann:

https://wurst-heini.de/

oder auch der Wurstebrei von der Fleischerei Lammerschmidt bei Rewe:

https://shop.rewe.de/p/lammerschmidt-wurstebrei/1108805

Eine Liste verschiedener Fleischereien mit Bewertung finden Sie hier: http://www.stippgruetze.de/stippgruetzentest/index.html

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