Wenn ich in meiner Heimatstadt Herford in einen Getränkemarkt gehe, finde ich dort auch Pils Export. Klar, habe ich gedacht, haltbar gemachtes Pils. Jetzt, wo ich für meine Internetseite recherchiere, bin ich um einiges klüger. Traditionell versteht man unter “Export” das “Dortmunder Export”. Es ist, wie Pils auch, ein untergäriges Vollbier mit einer Stammwürze von 12 % bis 14 %, ist mit weniger Hopfen eingebraut als Pils, aber mit mehr als bei “Hellem” und es hat einen höheren Alkoholgehalt von mindestens 5 Prozent.
Es wurde von Heinrich Wenker und seinem Vater entwickelt und erstmal 1843 in der “Krone am Markt” gebraut. Durch die Untergärigkeit und den höheren Alkoholgehalt war es länger haltbar und konnte auch über die Stadtgrenzen hinaus geliefert werden. Daher der Name “Export”.
Da es stärker eingebraut war, also auch kräftiger im Geschmack war, und durch den höheren Alkoholgehalt, war Export DAS Bier der Arbeiterklasse und hat den Ruhrpott geprägt, wie kein anderes Bier. Es wurde vor allen Dingen von den Beschäftigten der Kohle- und Stahlindustrie getrunken.
Es wurde mit der Zeit zwar weitgehend vom Pils verdrängt, aber auch heute noch haben einige der Dortmunder Brauereien ein Export im Sortiment. Dortmunder Export darf heute sogar das EU-Siegel “Geschützte Geografische Angabe” tragen. Voraussetzung ist aber, es wird mit Dortmunder Wasser gebraut!
Durch die hohe Popularität des Export und die größeren Exportmöglichkeiten, hat Export maßgeblich zur Entstehung von Brauerei-Großkonzernen beigetragen.



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