Heute findet man auf allen Rezeptseiten Erbsensuppe mit Möhren, Kartoffeln, Majoran und Gemüsebrühe. Macht man sich mal die Mühe in dem historischen Kochbuch von Henriette Davidis zu schauen, stellt man fest, daß das historische Rezept etwas anders ist.
Quelle: das DFG-Projekt Deutsches Textarchiv (DTA) [1]
Aus:
Davidis, Henriette: Praktisches Kochbuch für die gwöhnliche und feinere Küche. 4. Aufl. Bielefeld, 1849, Seite38
28. Suppe von getrockneten Erbsen.
Man muß die Erbsen, je nachdem sie gut sind, 2 auch wohl 3 Stunden vor dem Anrichten zu Feuer bringen und zwei Mal, jedes Mal nach einer halben Stunde Kochens abschütten und mit frischem, weichem Wasser ferner kochen lassen. Man kann nach Belieben ein Stück Rindfleisch, oder eine geräucherte Mettwurst, oder Schweinschnauze und Ohren in der Suppe kochen. Letztere aber, wenn sie sehr salzig sind, muß man vorher in Wasser halb gahr werden lassen, weil das Salz die Erbsen hart macht. Die geräucherte Wurst muß heiß abgewaschen und wenn sie etwa sehr trocken sein sollte, die vorige Nacht eingewässert sein, wodurch sie weicher wird. Das Fleisch muß man mit wenig Salz ausschäumen und die abgeschüttelten Erbſen hineingeben. Was es nun an Fleiſch ſein ſoll, läßt
man mit den Erbsen und reichlich Purree und Sellerieknollen weich werden, während man im Anfang zuweilen einen Guß kaltes Wasser nachschüttet, welches das schnellere Weichwerden befördert. Sie müssen ununterbrochen, aber nicht zu stark kochen. Dann nimmt man das Fleisch und die Knollen heraus, reibt die Erbsen durch einen Durchschlag und läßt sie mit in Butter gelb gebratenen Zwiebeln, Salz, dem Fleisch und den Knollen eben durchkochen. Es wird in Butter geröstetes Weißbrod dabei gegeben.
Die Suppe muß zwar nicht dick, aber sehr gebunden sein. Ist dies nicht der Fall, kann man sich mit in Butter angezogenem Mehl helfen.
Anmerk. Hat man Erbsen, die nicht weich werden, so gibt man eine weiße Bohne groß gereinigte Pottasche zu denselben. Auch
befördert ein Stück Glas von einer Flasche, gleich mit den Erbsen zu Feuer geſetzt, einigermaßen das Weichwerden. So auch das Hineinschneiden einiger Zwiebeln gleich nach dem Abschütten. Man hüte sich aber, sowohl Erbsen, als jede andere Art von Hülsenfrüchten in weiß glasirten Töpfen zu
kochen, weil sie darin gekocht, völlig hart bleiben.
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[1] Quelle: Das DFG-Projekt Deutsches Textarchiv (DTA) an der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften (BBAW) stellt Ihnen auf seinen Seiten kostenlos Recherchemöglichkeiten in einem Bestand digitalisierter deutschsprachiger Texte zur Verfügung. Die im DTA gespeicherten Volltexte können unter den nachstehend ausgeführten Bedingungen für nicht-kommerzielle Zwecke genutzt werden.1. Lizensierung
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