Lippischer Ur-Pickert

Tradition

Wie zuvor schon erwähnt ist der heutige “Lippische Pickert” nicht der lippische “Urpickert”! Dieser enthielt keine Rosinen und enthielt auch nur wenig Zucker. Dieser “karge Pickert” wurde in den ländlichen Gegenden des Lipperlandes gegessen und war ein “Arme-Leute-Essen”! Die Landbevölkerung hatte bis in die 30er Jahre nur das im Kochtopf, was auf dem eigenen Acker angebaut und geernetet wurde – zum überwiegenden Teil eben Kartoffeln. Daraus entstanden dann viele Kartoffelgerichte und der Pickert war sicherlich eines der einfachsten.
Wie zuvor schon beschrieben, wurde die Herdplatte blank gescheuert, mit einer Speckschwarte ordentlich eingefettet und darauf dann der Pickert gebacken. Im Gegensatz zum Westfälischen Lappenpickert, der wirklich nur ein “dünner Lappen” war/ist, wurde bim Lippischen Pickert eine 4cm dicke und 30 mal 30 cm grosse Teigschicht auf dem Herd gebacken.

Der fertige Pickert wurde dann in Streifen und Stücke geschnitten, die man flach aufschnitt und mit guter Butter bestrich, die man auch selber hergestellt hatte. Gängig war auch, den Lippischen Pickert mit geräucherter, Lippischer Leberwurst (auch aus eigener Schlachtung) ordentlich dick zu bestreichen.
Zu jener Zeit war von Rosinen als Zutat keine Rede und als das immer moderner wurde, bezeichneten die alten Lipper den Rosinenpickert nur als “Neureichenpickert”, denn das Geld für Rosinen hatten die meisten nicht, oder man war zu “sparsam”, um für Rosinen Geld auszugeben. Wenn man heute in einem Landgasthof im Lipperland Pickert bestellt, dürfte mit 100%iger Sicherheit einen Rosinenpickert serviert bekommen.
Aber kommen wir zur Zubereitung des Ur-Pickert.

Zutaten für 3-4 Personen

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Zubereitung

  1. Kartoffeln schälen und fein raspeln.
    Die Kartoffelmasse ausdrücken, damit der Teig nicht zu ,naß’
    wird
  2. 150-200g Mehl, 1 Prise Salz, 1 EL Zucker und das Ei zu den Kartoffeln geben und gut verrühren
  3. Eine Gußeisen-Bratpfanne erhitzen, Butter oder Schmalz hinzu geben und den Teig etwa 1cm -1,5 cm dick bei mittlerer Hitze von beiden Seiten goldgelb backen.
  4. Der Teig soll zähflüssig sein, aber gut auf der Pfanne halten

Den Teig zum Verzehr mit Butter, Rübenkraut (z.B. Grafschafter Goldsaft) oder traditionell mit geräucherter, Lippischer Leberwurst bestreichen.

Anschließend kann man traditionell einen Kaffee trinken.

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