Rinderpümmel (Westfälische Rinderwurst)

Bedeutung “Rinderpümmel”

Der Name Rinderpümmel setzt sich zusammen aus den Wörtern “Rinder” und “Pümmel”. Die Bedeutung von “Rinder” ist klar und weist darauf hin, das es es sich um eine Wurst handelt, die aus Rindfleisch hergestellt wird. “Pümmel” ist ein plattdeutscher Ausdruck und bedeutet soviel wie “dick” oder “rund”. Die Namensgebung der Wurst gezieht sich also auf das verwendete Fleisch und auf die Form der gebundenen Wurst.

Regionale Verbreitung

Rinderpümmel, bzw. Westfälische Rinderwurst, ist eine Grützwurst und eine Spezialität aus dem Sauerland und Ostwestfalen.

Tradition/Geschichte

Die Bedeutung des Wortes haben wir geklärt, doch wer hat den Rinderpümmel als erstes angeboten? Darauf gibt es leider keine Antwort, denn woher der Rinderpümmel stammt, ist leider nicht erwiesen.
Man erzählt sich, ein Gastwirt aus Arnsberg habe die Wurst im 19. Jahrhundert erfunden. Sein Ansinnen war es, möglichst viele seiner Gäste möglichst günstig und möglichst lange satt zu bekommen. Belegen, oder sogar beweisen läßt sich diese Geschichte jedoch nicht.
Der Ursprung des Rinderpümmel liegt wohl eher in der Tradition der Schlachtung in NRW und dem damit einhergehenden Wunsch, das wertvolle, aber schnell verderbliche Fleisch der geschlachteten Tiere zu konservieren, damit es längere Zeit nach der Schlachtung noch genießbar ist. Würste, die dem Rinderpümmel ähnlich sind, findet man eigentlich in ganz Europa: Stippgrütze, Pinkel, Calenberger Pfannenschlag, Schlesische Graupenwurst, schottischer Haggis oder polnische Kaszanka. Einziger Unterschied: viele der genannten Grützwürste wurden und werden aus Schweinefleisch hergestellt, der Westfälische Pümmel wird jedoch aus Rinderfleisch hergestellt.

Herstellung

In Deutschland gibt es die Leitsätze für Fleisch und Fleischerzeugnisse des Deutschen Lebensmittelbuchs (PDF-Datei). Dort ist in der Leitsatznummer 2.2313.8 (Rinderwurst) geregelt, dass Westfälische Rinderwurst ausschließlich aus sehnenreichem Rindfleisch, Rinderfett, Gemüse, Cerealien und Butter hergestellt werden darf.

Meistens wird heutzutage Rinderbrust in einem Wurzelsud gekocht und anschließend durch den Fleischwolf gedreht. Anschließend wird das Fleisch zusammen mit gehackten Zwiebeln, evtl. mit gequollener Hafergrütze oder Haferflocken und Butter vermischt.
Durch das Kochen des Rindfleisches entsteht ein Gewichstverlust der durch das Hinzufügen von Kochbrühe wieder ausgeglichen wird. Diese Masse wird dann mit Salz, Pfeffer, Nelken, Piment, Ingwer, Muskatblüte und Koriander gewürzt.

Zubereitung

Traditionell wird Rinderpümmel heiß serviert.

Im Wasserbad: Bei ca. 80 Grad, ca. 20-25 Minuten aufwärmen, ein Ende aufschneiden und die Wurst aus dem Darm drücken

In der Pfanne: Die Wurst kalt aus dem Darm pressen, in die Pfanne geben, klein gewürfelte Zwiebeln dazu, 10-15 Minuten auf mittlerer Hitze leicht schmoren.

Traditionell wird Rinderpümmel mit Brot und Senf serviert, oder aber mit Bratkartoffeln und Essiggurken.

Aussehen/Geschmack

Rinderpümmel ist von grauer Farbe und hat eine weiche, bereiige Konsistenz, die der einer Leberwurst entspricht.

Die Enden, der in Därme gefüllte Wurst, werden zusammengebunden, wodurch sich die traditionelle U-Form dieser Wurst ergibt. Ein Rinderpümmel hat ein Gewicht von ca. 200g

Bezugsquellen

Ich sehe es nicht als Schleichwerbung an, wenn ich hier Adressen von Fleischereien angebe, denn oftmals gibt es nur noch sehr wenige Fleischereien, die solch traditionelle Wurstwaren führen, geschweige denn, diese auch noch überregional verkaufen. In diesem Fall habe ich über die bekannte Suchmaschine im Internet lediglich folgende Fleischerei gefunden.

Metzgerei Krengel
Stockumer Str. 40
59846 Sundern (Sauerland)
Homepage: https://www.hofladen-sauerland.de/lebensmittel/brueh-rohwurst/westfael-rinderwurst-rinderpuemmel

Auch wenn ich schreibe, überregional keine weiteren Fleischereien gefunden zu haben, es schließt natürlich nicht aus, dass es auf dem Land noch Höfe mit Hausschlachtung gibt, wo man solch traditionelle Wurst kaufen kann. Auch kleinere traditionelle Land-Metzgereien wird es geben, die noch solche Wurst anbieten

Bild:

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