Westfälischer Wacholder

Westfälischer Wacholder ist den älteren Generationen am ehesten bekannt durch den Steinhäger, oder auch Schinkenhäger genannt.

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Vielleicht kann sich noch der eine oder andere an die braune Steinzeug-Flasche erinnern, in der der Steinhäger verkauft wurde – die sogenannte Kruke. Der westfälische Volksmund nannte die “braune Tonflasche” auch Betonbuddel.

Herkunft

Woher hatte der Steinhäger seinen Namen? Im nordöstlichen Nordrhein-Westfalen, am Südhang des Teutoburger Waldes, im Kreis Gütersloh gibt es die kleine Gemeinde Steinhagen. Hier wurden, urkundlich belegt, schon zwischen 1400 und 1500 die ersten Wacholder-Arzneien erzeugt. Der Wacholder hat also in Steinhgen eine uralte, lange Tradition und gab dem berühmten Wacholder seinen Namen.

In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts gab es in Steinhagen 20 Hausbrennereien, die Wacholderwasser und Wacholderöl herstellten.
Im 21. Jahrhundert waren es noch ganze zwei Firmen: die Firma Schwarze-Schlichte und die Brennerei “Zum Fürstenhof Robert H. Günther”.

Am Bekanntesten, und es war im Prinzip der der Ursprung der Wacholder Destille in Steinhagen, war die Firma H. C. König (Hermann Christoph König), der hier in Steinhagen um 1770 die Brennerei gründete. Auf dem Etikett der Betonbuddel war eine Kruke und ein Schinken abgebildet, weshalb sich dann auch der Name Schinkenhäger einbürgerte. Da Hermann Christoph König keine Nachfahren hatte, gab es diverse Verkäufe und umfirmierungen und 2004 schloss die Fa. Schwarze endgültig die Pro­dukt­ions- und Ab­füll­stätten in Steinhagen an der Bruchstraße. Wer sich für die Geschichte des Steinhäger in Steinhagen interessiert, dem kann ich diese Seite empfehlen: http://www.obelode.de/steinhagen_brennereien/

Verbreitung

In allen größeren deutschen Städten gab es Vertriebsgesellschaften für Steinhäger und noch heute wird in Brasilien (seit 1962 !) Steinhäger nach Originalrezept hergestellt.

Schutz von geografischen Herkunftsangaben und traditionellen Spezialitäten

Schon 1989 wurde Steinhäger laut einer EWG-Richtlinie durch seine Herstellung in Steinhagen, sowie durch einen Alkoholgehalt von mindestens 38 Vol.% definiert.

Wie trinkt man Wacholder?

Früher hat man Schnaps kalt getrunken. Dann hieß es eine Zeit lang, Wacholder müsse man warm trinken. Aber was stimmt denn nun? Welches ist die richtige Trinktemperatur?
Wenn man den Steinhäger ‘richtig’ genießen will, ist es wichtig ihn richtig temperiert zu servieren. Steinhäger darf lediglich Kühlschranktemperatur haben. Legt man ihn ins Eisfach, schmeckt man nur noch den Alkohol – der Wacholdergeschmack kann sich nicht entfalten.

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