Römerzeit

Römische/Germanische Zeit

Auch aus dieser Zeit weiß man nicht besonders viel. Die Germanen waren keine Hochkultur und die römischen Autoren haben wenig über die Germanen berichtet. So weiß man das, was heute bekannt ist, aus Ausgrabungen. Man geht aber davon aus, dass es zwischen Römern und Germanen die meiste Zeit (12 v. – 16 n. Chr.) eine friedliche Koexistenz gab.
Das Volk DER Germanen gab es so eigentlich sowieso nicht. Den Begriff „Germanen“ hat Caesar eingeführt. Linksrheinisch, das waren alles Gallier, rechtsrheinisch , das waren für ihn alles Germanen. Doch das, was Cäsar unter Germanen verstand, waren eigentlich eine Vielzahl unterschiedlichster Stämme.

Woher der Begriff stammt, ob Germanoí aus dem griechischen (Γερμανοί) oder aus dem lateinischen (Germani) da sind sich die Wissenschaftler bis heute nicht einig. Folgende Erklärungen gibt es:
Germanisch gaizaz = Ger, Wurfspeer – ist widerlegt
lateinisch germānus= leiblich, echt, wahr

Am wahrscheinlichsten:
keltich gair = Nachbar
oder gairm = Schrei

Im Folgenden versuche ich mal germanische Stämme aufzulisten, die auf dem Gebiet des heutigen Nordrhein Westfalen, oder angrenzend siedelten.

StammGegend in der der Stamm ansässig war
AgradingunMittellauf der Weser
AmpsivarierJh. im unteren Emsland
Belgerzwischen Seine und Rhein, später auch Küste Britanniens
Bruktererzwischen mittlerer Ems und oberer Lippe
Caritnerbei Ludwigshafen am Rhein
Chamavenim 1. Jh. am Niederrhein
ChattenTäler von Eder, Fulda und des Oberlaufes der Lahn
Cheruskerbeidseitig des oberen Weserlaufs in Ostwestfalen und in Niedersachsen bis zur Elbe
Condruserim 1. Jh. v. Chr. im linksrheinischen Mittelrheingebiet
Cugernerim 1. Jh. im linksrheinische Gebiet des Niederrheins (Kreis Kleve)
Eburonenzwischen Rhein, Maas, Rheinland, Nordardennen und Eifel
Frankenrechts des Rheins bis zur Rheinmündung, ab dem 4. Jh. Vorstöße auf römisches Gebiet links des Rheines
Gambivriervermutlich in der Nähe der Weser
Inkrionenzwischen Rhein und Taunus
Intuergerzwischen Rhein und Taunus
Marserzwischen Rhein, Ruhr und Lippe
MarvingenNiedersachsen/Nordrhein-Westfalen
Salfranken, Salierursprünglich vom Niederrhein
Suebenim Nordosten der Germania magna an der Ostsee bis zu den deutschen Mittelgebirgen
Sugambrerim 1. Jh. linksrheinische Gebiete an der Maas
Sunukerim 1. und 2. Jh. im Rheinland zwischen Aachen und Jülich
Tenktererim 1. Jh. v. Chr. am Niederrhein
Treverervom Rhein bis zum Land der Remer
Usipeteram rechten Ufer des Niederrheins

Man vermutet ab dem 2./3. Jahrhundert sogar einen Wirtschaftsaufschwung durch den Handel der germanischen Stämme mit dem römischen Reich. Ein Teil des Reichtums auf germanischer Seite ist sicherlich auch auf punktuelle Beutezüge zurückzuführen. Zu einer Zivilisierung der Germanen führte auch, dass sie durch den Handel mit dem römischen Reich an dessen Kulturstandards teilnahmen, wie z.B. Geldkreislauf.
Trotzdem geht man aber heute von einem landwirtschaftlich geprägten Siedlungen aus

Weshalb man, und das trifft ja auch auf die heutige Zeit zu, nicht einfach in guter Nachbarschaft im Frieden leben kann – keine Ahnung. Wenn man gut zusammen lebt und sogar Handel miteinander, wieso musste man dieses ändern? Die Römer wollten rechts des Rheines eine Provinz “Germania Magna” gründen und unternahmen immer mehr Feldzüge in die Rechtsrheinische Gegend. Sie errichteten Römerlager, zum Beispiel in Haltern, folgten dem Fluß Lippe und drangen bis in das heutige Ostwestfalen vor. Letztendlich gipfelten diese Feldzüge in einer großen Schlacht zwischen Römern und Germanen – die berühmte Varusschlacht.
Die Gelehrten streiten sich ja immer noch, wo diese große Schlacht stattfand. Bei Detmold im Teutoburger Wald, oder in Kalkriese im Osnabrücker Land?
Aber fangen wir von vorne an:

Bei dieser großen Schlacht standen sich die folgenden Heeresführer gegenüber:
Auf römischer Seite war das der römische Statthalter Publius Quinctilius Varus (* Cremona in Italien, † 15.09. 9 n. Chr. im Teutoburger Wald bei Augustdorf).
Auf germanischer Seite war dies der Cheruskerfürst Arminius (* vermutlich 17 v. Chr., † 21 n. Chr.).
Vielleicht haben Sie schon über Arminius gelesen, oder haben im Teutoburger Wald das Hermannsdenkmal besucht und werden sich jetzt fragen: Wieso Arminius? Hieß der nicht Hermann? Nein, er hieß tatsächlich Arminius. Höchstwahrscheinlich, aber man weiß es nicht genau: Gaius Julius Arminius.
Es gab Zeiten, z.B. u. a. im 3. Reich, da wurde aus Arminius ein mutiger, heldenhafter Deutscher, der als David gegen Goliath gewonnen hat. Zu dem heldenhaften Deutschen passte aber der Name Arminius so gar nicht. Also hat man, vereinfacht gesagt, aus ihm einen Hermann gemacht. Das klang einfach Deutscher. Obwohl die Übersetzung des Namens eigentlich gefallen müsste: Arminius (germanisch): groß, allumfassend, mächtig

Wie oben schon beschrieben trieben die germanischen Stämme und die Römer Handel. Man hatte also Kontakt und man nimmt an, dass Arminius in frühester Jugend als Geisel nach Rom kam und in Italien aufwuchs und evtl. sogar erzogen wurde. Ich habe aber auch gelesen, dass Arminius’ Vater bei den Cheruskern zu der Gruppe der Pro-Römer gehörte und ebenso der Onkel.
Arminius wuchs also in Rom auf und trat in das römische Heer ein. Er brachte es bis zum Führer Germanischer Verbände und auf Grund seiner militärischen Erfolge verlieh man ihm das römische Bürgerrecht und den Rang eines Ritters. Man kann also davon ausgehen, dass er mit römischer Kriegstaktik bestens vertraut war. Ja, man nimmt sogar an, dass er mit Varus an einer Tafel saß und dass er sehr charismatisch war.

Im Jahr 7 oder 8 n.Chr. kehrte Arminius zu den Cheruskern zurück und als Varus die römische Armee bis an die Weser vorrücken lassen wollte, sah Arminius die Zeit gekommen, sich gegen Varus zur Wehr zu setzen.
Die meisten Wissenschaftler vertreten die folgende These: Varus war mit seinen Legionen auf dem Weg ins Winterlager. Als Arminius und seine Gefolgsleute, die bei den Römern aus- und ein gingen, mit Vlavius speisten, streuten sie das Gerücht eines Aufstandes unter den Germanen. Daraufhin entschloss sich Vlavius den Aufstand zu umgehen. Durch diesen Umweg marschierte die römische Armee durch ihnen unbekanntes Terrain, das sehr sumpfig und feucht war. Es regnete in Strömen und die Wälder waren sehr dich bewaldet mit viel Unterholz. Die Wege waren so schmal, dass die Römer nur hintereinander gehen konnten und somit wenig Schutz hatten. Auf dem sumpfigen Untergrund schränkten die schweren Metallrüstungen eher ein, als dass sie schützten.
Da die Römer die Gegend nicht kannten, ließen sie Arminius mit seinen Gefolgsleuten vorausgehen, die sie nun prompt in einen Hinterhalt führten.

Die römische Streitmacht bestand aus den Legionen XVII, XVIII, XIX, drei Reitereinheiten und 6 Kohorten. Was man über die Aufstellung römischer Legionen weiß, muss der Zug mindestens 15000 – 20000 Soldaten umfaßt haben, dazu kamen 4000-5000 Reit- Zug- und Tragtiere.

Unter den Germanen gab es viele Strömungen und sie waren sich nie einig. Über Arminius Rolle bei der Schlacht selbst weiß man sehr wenig, aber man schreibt ihm auf jeden Fall zu, dass er die Stämme der Marser, Chatten, Angrivarier und Brukterer einte, als er zurück kam. So führte er insgesamt ca. 6000-7000 Kämpfer gegen die Römer – also zahlenmäßig total unterlegen.

3 Tage dauerte die Schlacht und ca. 20000 Menschen ließen ihr Leben. Um nicht in Gefangenschaft zu geraten, nahm sich Publius Quinctilius Varus auf dem Schlachtfeld das Leben. Heute weiß man, daß Varus sogar durch den germanische Fürsten Segestes (der pro-römisch eingestellt war und ebenfalls das römische Bürgerrecht besaß) gewarnt worden war und der empfahl, Arminius dringendst in Ketten zu legen, da dieser einen Aufstand plane. Wieso hat Varus nicht darauf gehört ? Es hat eine Zeit gegeben, da verspottete man Varus für seine Gutgläubigkeit, ja Dummheit. Heute wissen die Historiker mehr über die Römer und sagen, dass die Handlungen des Vlavius den ganz normalen römischen Gepflogenheiten entsprachen. Es sei absolut normal gewesen, Germanen (zumal im Rang eines Ritters) in den Reihen zu haben, mit ihnen zu speisen, oder ihnen zu vertrauen.

Die verlorene Schlacht am Teutoburger Wald führte aber nicht zum Niedergang des römischen Reiches und Arminius wurde auch nicht der “König der Germanen”, denn die Germanen wollten weder einen Kaiser in Rom, noch einen Kaiser unter den Germanen.
Die Römer hatten aber eine empfindliche Niederlage hinnehmen müssen und mit diesem Zeitpunkt setzte ganz langsam der schleichende Niedergang des Römischen Reiches ein.

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