Grünkohl

Tradition

In meiner Heimatstadt, Herford, gibt es einen Ortsteil Radewig. In der Radewig steht die Kirche St. Jakobi, die im 14. Jahrhundert erbaut wurde. Die Herforder sagen aber einfach “Radewiger Kirche”.
Die Radewiger Kirche war bis ins 16. Jahrhundert Pilgerkirche auf dem Jakobsweg. Viele Pilger besuchten die Radewiger Kirche auf ihrem Weg nach Santiago de Compostela.
Die Anzahl der Pilger hatte jedoch um 1530 derart zugenommen, dass man es schon als Landplage bezeichnete. Aus diesem Grund wurde die Kirche im Jahre 1530 auf Anordnung des Rates geschlossen.
60 Jahre später wurde die Kirche als evangelische Kirche am Donnerstag nach dem 1. Advent im Jahre 1590 wiedereröffnet – also im Winter. Man wollte zu diesem Anlaß die Kirche festlich schmücken, doch im Winter gab es, zumindest damals, keine Blumen. Also überlegte man sich, was man noch zum Ausschmücken der Kirche verwenden könne. Die Überlieferung besagt, dass man auf die glorreiche Idee kam, hierfür Grünkohl zu verwenden. Seitdem wird aus Gedenkem an diesen Anlass alljährlich das Radewiger Kohlfest gefeiert.
Ähnliche Anekdoten, wo Grünkohl zum Schmücken im Winter verwendet wurde, gibt es aus vielen Gemeinden in NRW. So kommt es, das Grünkohl aus der westfälischen Küche nicht wegzudenken ist!

Zutaten

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Bezüglich des Grünkohls, gibt es zwei Möglichkeiten. Entweder kauft man diesen auf dem Wochenmarkt (1), oder man erwirbt ihn im Supermarkt (2).

Zubereitung

(1) Zuerst einmal muss der Grünkohl gründlich gewaschen werden. Als nächstes werden dann die Blätter vom Strunk getrennt.
Dann setzt man einen großen Topf mit ausreichend Wasser auf und wenn das Wasser kocht, gibt man den Grünkohl dazu und blanchiert den Grünkohl für ein paar Minuten. Danach schreckt man den Grünkohl mit eiskaltem Wasser ab. In einem Küchensieb läßt man den Grünkohl dann gründlich abtropfen abtropfen. Anschließend schneidet man ihn in grobe Stücke.

(2) Beziehen kann man Grünkohl z.B. hier: ELO Frost Oldenburger Grünkohl 1,5 kg
Der ist vom Strunk getrennt, grob gehackt und küchenfertig. Wir können also mit der Weiterverberarbeitung gleich loslegen.

Als nächsten Schritt schneidet man die Zwiebeln und den Speck in kleine Würfel.
Man gibt die 75 g Schmalz in einen Topf und wenn dieses richtig heiß ist, gibt man die Zwiebeln und den Speck hunzu und schwitzt diese an. Nun gibt man den Grünkohl hinzu und vermengt alles gut.
Nun gibt man
ca. 300 ml Wasser
1 El Haferflocken
2 – 3 Tl Senf
1 – 2 Tl Zucker
hinzu.
Nun rührt man noch einmal alles ordentlich um, legt die Kohlwürste auf den Grühnkohl und köchelt das Ganze bei mittlerer Hitze für ca. 1 1/4 Stunde im zugedeckten Topf.

Abgeschmeckt wird der Grünkohl mit Pfeffer und Salz


4 westfälische Kohlwürste (in anderen Bundesländern gibt es Grünkohl mit Pinkel, oder Mettwurst, usw. Ich kenne Grünkohl ausschließlich mit westf. Kohlwurst. Wer die einmal kosten möchte, sie beim Fleischer aber nicht bekommt, kann sie auch über einen großen Versandhändler bestellen. Enfach mal im Internet nach “Spengemanns Kohlwurst luftgetrocknet” suchen.)

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