Was ich nachfolgend schreibe ist meine persönliche Meinung. Ich bin nicht politisch tätig, bin kein Mitglied einer Partei und schreibe nachfolgendes auch nicht mit dem Hintergedanken, für eine Partei zu werben, oder eine mies zu machen – mir geht es einzig und alleine um NRW. Aus diesem Grund verzichte ich auch auf die Benennung irgendwelcher Pateien, denn an NRW haben sich, meiner Meinung nach, alle politischen Pateien der letzten 30-40 Jahre vergangen.
Wie in den Fakten zu sehen, hatte NRW 2020 eine Arbeitslosenquote von 8,2% .
Zum Vergleich: das Bundesland Bayern hatte im März 2020 eine Arbeitslosenquote von gerade einmal 3,1% (im August 2020 4,1%).
Deutschlandweit lag die Quote im Jahr 2020 durchschnittlich bei 6,4 Prozent.
Fazit: NRW hat, bundesweit gesehen, momentan (2020) überdurchschnittlich viele Arbeitslose.
Wenn man das einmal mit den Hochjahren der Montanindustrie vergleicht: Im Jahre 1965 betrug die Arbeitslosenquote in NRW 0,5% !! [Quelle: www.de.statista.com]. Genau das ist es, was mich umtreibt.
Ich will nicht verschweigen, dass das BIP 2020 ganz leicht höher war, als das von Bayern und wenn man sich das BIP von 1950 – 2020 anschaut, so ist es ständig gestiegen, doch wie schaut der wichtige Wert BIP/Einwohner aus? Hier liegt Hamburg ganz vorne mit 66879€, Bayern hat ein pro Kopf BIP von 48323€ und erst an 7. Stelle kommt NRW mit einem Wert von 39678€.
Eine Erfahrung die ich selber bei einer Fahrt durchs Ruhrgebiet auch schon gemacht habe, beschrieb Guido Reil, ein Politiker der als Steiger im Bergwerk Prosper-Haniel gearbeitet hatte, in einem Interview. Er ging mit dem Reporter durch einen Stadteil von Essen und sagte nur (nicht wortwörtlich wiedergegeben): “Schauen Sie sich hier um, wie es hier ausschaut und dann schauen Sie sich mal Bilder an, wie es hier früher ausgesehen hat und was hier früher los war.” Er ging mit dem Reporter durch mehrere Straßenzüge und der Verfall und die Trostlosigkeit waren überall und überdeutlich zu sehen! Das kann man im Ruhrgebiet überall überdeutlich sehen – ob man in Duisburg, Bochum, Gelsenkirchen oder Essen unterwegs ist.
Wie ist es dazu gekommen?
Die schwarz-gelbe NRW Landesregierung von J. Rüttgers (Amtszeit 2005-2010) verabschiedete 2007 das Gesetz zum Ausstieg aus dem Steinkohleabbau bis 2018. Ursprünglich sollte es dann ab 2018 keine Zuschüsse mehr geben. Schon ein früheres Kabinett entschied sich 1997, die Subventionen bis 2005 von 4,6 Milliarden Euro auf 2,5 Milliarden Euro zu reduzieren. Letztendlich war es aber das schwarz-gelbe Kabinett, das der NRW-Montanindustie den Hahn abgedreht hat. Kohle und Stahl haben diesen Landstrich witschaftlich und kulturell geprägt! Was ist davon übrig geblieben? Nichts! Manchmal lese ich, der Kohleabbau wäre nicht mehr ergiebig gewesen. Ganz großer Quatsch!
NRW hat Geologen beauftragt, deren Ergebnis wie folgt lautet: Bis 1988 erstellten die Geologen ein digitales dreidimensionales KohlenVorratsBerechnungs-Modell, KVB-Modell genannt. Ergebnis der Berechnung: NRW steht auf 440 Mrd. Tonnen Kohle. Davon sind rund 10 Mrd. Tonnen abgebaut. [Quelle https://www.gd.nrw.de/ro_er.htm].
Anders als es der derzeitige US Präsident D. Trump für die USA verspricht, läßt sich die Kohleindustrie in NRW nicht zurückholen. Förderanlagen wurden demontiert und Schächte verfüllt. Einige Stollen existieren noch, da man sich um das gesundheitsschädliche Grubenwasser kümmern muss, aber die meisten Anlagen sind unwiederbringlich weg.
Stattdessen sitzen heute in der Kohlen’Wäscherei’ in der Zeche Zollverein, wo früher hart gearbeitet wurde, die Besucher im Cafe und schlagen sich die Plauze mit Kuchen voll. Ganz ehrlich? Geht da einem ehemaligen Bergmann nicht das Messer in der Tasche auf? Ich war jedenfalls entsetzt.
Heute, im September 2020 wird viel über den CO₂ Ausstoß von Kohlekraftwerken und die negativen Einflüsse auf die Umwelt diskutiert. Aber bevor man sich aber Gedanken über die Schließung der Zechen machte, hätte man die Forschung unterstützen können, wie man das Treibhausgas CO₂ aus der Luft filtern und weiterverwenden kann. Ich verweise hier mal auf die Seite https://reset.org/knowledge/co2-vom-klimakiller-zum-wertstoff-03202019 wo beschrieben wird, welche Möglichkeiten es gibt, CO₂ aus der Luft zu filtern und wie man das gewonnene CO₂ weiterverwenden kann. Zum Beispiel indem man Dünger davon macht, oder sogar wieder Kohle (Entwicklung Australischer Wissenschaftler) und vieles mehr! Das hätte vielleicht sogar Arbeitsplätze geschaffen und uns eine Vorreiterrolle gebracht. Das kennzeichnet die Politik von heute: Es wird nur reagiert, nicht agiert!
Wenn all das nicht geholfen hätte die CO₂ Emissionen zu reduzieren, erst dann hätte man sich Gedanken darüber machen müssen, bzgl. der Umwelt umzudenken. Desweiteren hätte man sich, viele Jahre bevor man damals den Kohleausstieg beschloss, Gedanken darüber machen müssen, wie man die vielen zu erwartenden Arbeitslosen auffängt. Wenn mir jetzt jemand mit Auffanggesellschaften oder Umschulung kommt, oder mit der Verrentung von älteren Bergleuten – das ist alles Augenwischerei. Was ist denn wichtiger, dass die Menschen Arbeit haben und in die Sozialkasse einzahlen, oder dass man deren Arbeitslosigkeit oder Rente finanziert? Man hätte schon sehr früh die Forschung unterstützen müssen und gleichzeitig einen Strukturwandel einleiten müssen! Wenn die Politik das nicht schnellstens für die Beschäftigten des Tagebaus Garzweiler II und in der Lausitz startet, generieren wir hier die nächsten 1 Millionen Arbeitslosen!
Auf einer Internetseite las ich: ……abseits der Ruhrpott-Romantik warnen Kritiker vor historischer Verklärung……
Da machen wir uns doch nichts vor, Bergbau war keine Romantik, sondern knochenharte Arbeit, die mit vielen negativen Begleiterscheinungen behaftet war: Krankheiten wie Staublunge, Pseudokrupp bei Kindern, Setzrisse in Häusern, gesundheitsschädliches Grubenwasser und Schlagwetter, um nur einige zu nennen. Wir hatten es aber ganz gut im Griff in NRW und gegenüber anderen Ländern in der Welt, waren unsere Gruben sehr sicher.
Meine Frage:“ Kennen Sie ein Land auf der Welt, das eine seiner Schlüsselindustrien bewußt zerstört?“ Ich nicht!
Klar, Deutsche Kohle war sehr kostenintensiv (Kohle aus mehr als 1000m Tiefe, während in anderen Ländern Kohle im Tagebau gewonnen wird, hohes Lohnniveau) und mußte subventioniert werden, aber die Menschen hatten Arbeit, zahlten in die Sozialkasse ein und man war relativ unabhängig. Es ist ja keineswegs so, dass heute keine Kohle mehr benötigt wird. Das statistische Bundesamt hat folgendes errechnet: ……nach wie vor war die Kohle im 4. Quartal 2019 mit einem Anteil von 29,6% an der eingespeisten Strommenge der wichtigste Energieträger in der Stromgewinnung in Deutschland……
Aber woher kommt die Kohle dann jetzt?
2019 hat Deutschland 51,4 Millionen Tonnen Steinkohle aus den unten genannten Ländern importiert. Wie schräg ist das denn? Wir sitzen auf 430 Mrd. Tonnen Kohle und importieren jedes Jahr rund 51,4 Millionen Tonnen?
Aus folgenden Ländern wurde z.B. 2017 die Kohle, die wir in Deutschland benötigen, importiert:
19,4 Mio t aus Russland
9,0 Mio t aus den USA
6,4 Mio t aus Kolumbien
5,6 Mio t aus Australien
2,6 Mio t aus Polen
1,6 Mio t aus Südafrika
1,5 Mio t aus Kanada
5,2 Mio t aus sonstigen Ländern
Hat sich eigentlich schon einmal jemand die Mühe gemacht auszurechnen, wieviel CO2 beim Transport der Kohle ausgestossen wird und wie hoch die Belastung der Weltmeere durch diesen Transport ist. Wäre das nicht auch ein Thema für die DUH oder für Fridays for Future?
Wenn wir heute über Erderwärmung diskutieren, wieso wird besagte CO₂ Forschung nicht massiv unterstützt?
Ich nenne das deutsche Idiotie

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