Bedeutung
Pfefferpotthast setzt sich zusammen aus den Worten Pfeffer, Pott und Hast. Unter „Hast“ versteht man ein Stück Rindfleisch, das ja Hauptbestandteil dieses Gerichtes ist, „Pott“ steht für Topf und bedeutet, daß es in einem Topf zubereitet benötigt wird, und über die Bedeutug des Wortes „Pfeffer“, ist man sich nicht sicher. Der Namensbestandteil Pfeffer kann sowohl auf das verwendete Gewürz hinweisen, früher stand es aber oft auch für eine stark gewürzte Brühe steht.
Gericht für 4 Personen
Zutaten für den Pfefferpotthast:
| Menge | Zutat |
|---|---|
| 1 kg | Rindfleisch (Rinderhüfte) |
| 1,5 kg | Zwiebeln |
| 2 EL | Schmelzmagarine, alternativ Butterschmalz |
| 1 TL | Salz |
| 2 EL | weißer Pfeffer, gemahlen |
Für einen Aromenbeutel:
| Menge | Zutat |
|---|---|
| 3 | Lorbeerblätter |
| 15 | Gewürznelken |
| 10 | Wacolderbeeren |
Zum Binden und Würzen der Soße:
| Menge | Zutat |
|---|---|
| 4 EL | Semmelbrösel |
| 1 L | Rinderkraftbrühe |
| 1oo g | Gewürzgurken |
| 2 EL | Kapern (wer Kapern nicht mag, kann sie weg lassen) |
| 1 Stk. | ungespritzte Zitrone (oder Dr. Oetker Finesse geriebene Zitronenschale) |
Zubereitung
Zwiebeln schälen und schneiden. Sie müssen nicht fein geschnitten werden, denn sie lösen sich beim Schmoren ohnehin komplett auf.
Die Wenigsten mögen Gewürznelken oder Lorbeerblätter, und diese später aus der Soße fischen mag auch niemand. Deshalb erstellen wir einen Aromenbeutel: Die Lorbeerblätter (3Stk.), Nelken (15Stk.) und Wacholderbeeren(10Stk.) in einen Teebeutel füllen (gibt es leer zu kaufen), diesen verschließen (Man kann es auch mit einem Tee-Ei machen).
Bereiten Sie 1 Liter Rinderkraftbrühe vor und halten Sie sie heiß.
Beispiel: Bei Maggi Rinder Brühe z.B., gießen Sie 1 Liter kochendes Wasser auf 4 gehäufte Teelöffel (ca. 20g).
Waschen Sie das Rindfleisch und tupfen Sie es anschließend mit Küchenkrepp trocken. Schneiden Sie das Fleisch in 1cm große Würfel und rösten Sie es in einer Pfanne mit dem Fett an. Sollten Sie keinen so großen Topf haben, braten Sie es portionsweise an. Immer nur so viel Fleisch anbraten, dass der Boden des Bräters gerade eben bedeckt ist. Zur Info: Je kleiner die Würfel, desto kürzer später die Schmorzeirt.
Bitte unbedingt bei hoher Hitze anbraten, damit kein Wasser aus dem Fleisch tritt. Durch das scharfe Anbraten bilden sich auch tolle Röstaromen.
(Hinweis: Bitte beachten sie evtl. in der Nähe der Küche angebrachte Rauchmelder, die löse ich bei mir regelmäßig aus)
Die gehackten Zwiebeln dazugeben und unter umrühren ein paar Minuten mitrösten.
Sobald die Zwiebeln glasig werden mit der heißen Brühe (muß noch heiß sein, da sonst der Gar-Prozeß unterbrochen wird!) auffüllen und den Aromen-Teebeutel hinzu geben. 1 TL Salz hinzu geben, ordentlich umrühren und mit einem Deckel verschließen.
Den Pfefferpotthast jetzt ca. 2 Stunden im vorgeheizten Backofen schmoren lassen.
Ober- und Unterhitze: 170 °C
Umluft: 150 °C
auf dem Herd: 80-100 °C.
Zwischendurch den Pfefferpotthast umrühren und wenn Bedarf besteht, Flüssigkeit nachgießen.
Während der Pfefferpotthast schmort, Kartoffeln schälen und in Salzwasser garkochen.
Nach ca. zwei Stunden sollten sich die Zwiebeln fast aufgelöst haben. Dann die Sauce eindicken, indem man die 4 EL Semmelbrösel dazu gibt, eine halbe Stunde ziehen lassen (kein Mehl oder ähnliches zum Eindicken verwenden)
Nach 2,5 Stunden sollte das Fleisch zart ist und die Soße durch die Semmelbrösel sämig sein. Nun 2 EL gemahlenen weißen Pfeffer hinzu geben und umrühren.
100 g Gewürzgürkchen in kleinen Scheiben schneiden und hinzu geben.
2 EL Kapern zu dem Pfefferpotthast hinzu geben (Wer keine Kapern mag, kann sie weglassen)
Etwas gerieben Zitronenschale hinzu geben.
Bei Bedarf nachsalzen.
Wenn das Fleisch zart ist, den Teebeutel mit den Aromen entnehmen.
Pfefferpotthast auf einem Teller zusammen mit den Kartoffeln anrichten und mit Petersilie garnieren.
Beilagen: Dazu kann man einen Rote Beete Salat servieren.
Traditionell kann man auch ein Pils dazu trinken.
Tradition
Jedes Jahr findet in Dortmund von Ende September bis Anfang Oktober das Pfefferpotthast-Fest auf dem Alten Markt statt. Man erinnert damit an den Sieg in einer Fehde der Dortmunder über den Grafen Dietrich von Dinslaken, der versucht hatte mittels einer List und eines Verrats die Fehde für sich zu entscheiden.
Und das kam so:
Agnes von der Vierbecke wurde um 1341 auf dem Adelshof Haus Vierbecke in Hengsen, dem heutigen Holzwickede geboren.
Um 1360 heiratete sie den Dortmunder Hansekaufmann Hildebrandt Sundermann. Mit ihm hatte sie einen Sohn – Arnold Sundermann. Nach dem Tode Hildebrandts blieb sie mit ihrem Sohn in Dortmund.
Irgendwann befreundete Sie sich mit dem Grafen Dietrich I. von der Mark (später Herr Dietrich von Dinslaken) der vorhatte, mit Waffengewalt über die schwer befestigte Stadt Dortmund herzufallen. Ein Fehdebrief war auchüberreicht worden. Dazu muss man wissen, dass die wohlhabende Reichsstadt Dortmund inmitten der Herrschaftsgebiete der Grafen von der Mark wie eine Insel lag.
Der Überfall sollte am 4. Oktober 1378, einem Sonntag, stattfinden.
Agnes von der Vierbecke wollte erreichen, dass das Wißstraßentor für zwei Wagen geöffnet wurde. Der erste Wagen war mit Holz beladen, der zweite mit bewaffneten Männern. Den ersten, mit Holz beladene Wagen, fuhr Sie so unter das äußere Fallgitter, das dieses nicht mehr herunter gelassen werden konnte, während sie darauf wartete, dass das Innengitter geöffnet wurde. Würde das geöffnet, würden die Bewaffneten vom zweiten Wagen springen und in die Stadt eindringen.
Der Pförtner des Tores, Rübenkamp, kannte die gut aussehende Agnes persönlich und so dachte er sich nichts dabei, als sie ihn zu den Fleischbänken schickte, um ihr Pfefferpotthast zu kaufen. Sodann stieg sie auf den Wißstraßentor-Turm und gab den Bewaffneten mit einem weißen Tuch ein Zeichen, die dann los liefen. Doch anders als von ihr erwartet, war das Innentor nicht geöffnet worden und so scheiterte die List.
Sie wurden gefangen genommen und sofort zum Tode verurteilt. Die Männer, darunter ihr Sohn, wurden auf dem Markt hingerichtet, Agnes jedoch wurde auf einem der beiden Wagen festgebunden und verbrannt. Sie war erst 37 Jahre alt. Graf Dietrich beeidete zwar die Unschuld von Agnes und ihrem Sohn, aber es half nichts.
Zehn Jahre später nahm Graf Engelbert III von der Mark die Fehde auf Grund der ungerechtfertigte Hinrichtung wieder auf. Mit dem Friedensschluss von 1392 versöhnten sich Agnes’ Familie und der Dortmunder Rat.

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